Von Melancholie, Moral und Musen.

Ich beklage mich wirklich nicht gerne über Sonnenschein. Aber letzten Samstag war es – zumindest für unsere Breitengrade – schon extrem heiß. Die meisten Menschen dürften Abkühlung in einem Badesee oder auf dem Grund eines mit kühlem Bier befüllten Kruges gesucht, aber vermutlich nicht gefunden haben. Etwa 50 wahlweise als verrückt oder besonders unternehmungslustig zu etikettierende Krumbacher wollten beim gepflegten Müßiggang aber wundervoller Live-Musik lauschen. Das war tatsächlich möglich, nämlich im Luvo. Mit der gleichermaßen symphatischen wie talentierten Liedermacherin Sarah Lesch, die Songperlen wie „Nichts“, „Wellensittiche & Spatzen“, „Sorry Baby“ oder „Wir halten uns“ in die weit geöffneten Lauscher ihrer Zuhörer trällerte. Und kühles Bier gabs auch.
Hier gibt es zwar kein Bier, aber einen Bericht über diesen wahrlich prächtigen Stubenmusik-Abend.
Achja, paar Bilder hab ich auch geknipst (zugegebenermaßen aufgrund der hitzebedingten Trägheit nicht allzu eifrig)…

 

 

Spinnenbändiger und Märchenonkel.

fadenspinner_goldstories

Von Zeit zu Zeit horche ich in die entlegeneren Winkel meines Hirnes. Bisweilen purzeln dann ein paar ausgewählt Reime heraus. Manchmal schreibe ich die auf. Da kam es dann auch schon vor, dass jemand diese Reime in ein Buch druckt. Zum Beispiel mein Arbeitgeber. Nämlich dann, wenn diese Reime dazu geeignet sind zu erläutern, was die bei online-druck.biz so drauf haben. Unter anderem eine schicke offene Fadenbindung. Die fände ich übrigens auch toll, wenn man mir keine harte Münze für die investierte Zeit in Aussicht stellen würde. Meine Kollegin Isabel Jagszas vermutlich auch – die hat die beiden Notiz-Büchlein Fadenspinner und gOld Stories nämlich ziemlich liebevoll gestaltet. Der Jo Lott zeichnet nicht nur gerne für Nerds, sondern auch für die Krumbacher Netzdrucker. Beide Werke hat er mit seinen schmucken Illustrationen veredelt. Die kann man übrigens prima verschenken: die Spinnen-Story gibt es hier, die goldenen Märchen da.

Geben ist seliger als nehmen.

Im Krumbacher Stadtpark tobt das Leben. Zwischen dem Musikpicknick neulich und der Italienischen Nacht am kommenden Samstag hat die muslimische DITIB-Gemeinde vergangenes Wochenende zum öffentlichen Fastenbrechen geladen. Es gab köstliches Essen, Koranzitate, Livemusik und natürlich eine Menge Ehrengäste. Im Auftrag der Mittelschwäbischen Nachrichten war ich dabei und habe meine Eindrücke festgehalten. Hier der (aus Platzgründen von der Redaktion gekürzte) Artikel.

Wer lieber schaut als liest, möge mit der Fotogalerie glücklich werden.

 

 

 

Mit Musik dem Regen trotzen.

Letzten Samstag fand trotz lausiger Witterung das Musikpicknick im Krumbacher Stadtpark statt. Mit dabei: popCHORn, Djabara und subKult. Über eisernes Durchhaltevermögen, Logikfehler von Bryan Adams und afrikanische Trommeln habe ich für die Mittelschwäbischen Nachrichten hier berichtet.
Und weil Musiker, Veranstalter und Publikum so tapfer dem Regen die Stirn geboten haben, gibt es zur Belohnung eine Ladung Bilder. Sogar so viele, das ihr ne ganze Fuhre weiterer Fotos in einem zweiten Post findet.

Warum man Opa zuhören sollte.

bundesadler

Schon vor geraumer Zeit hatten wir an der SAE Unterricht zur journalistischen Darstellungsform des Kommentares. Dozent Konstantin Flemig bat uns um einen Kommentar zu einem beliebigen Thema. Der folgende Text hat also schon ein paar Tage auf dem Buckel, ist allerdings leider von einer erschreckend grundsätzlichen Aktualität.

Hör doch mal auf mit dem Nazi-Kram.

Im sächsischen Tröglitz brennt ein als Flüchtlingsunterkunft vorgesehenes Gebäude. Da drängt sich die Frage auf: brennen bald wieder Menschen? Wie weit ist der Weg von Rostock Lichtenhagen nach Tröglitz?

2010 erschien Sarrazins „Deutschland schafft sich ab“. Wenig später warnte die Friedrich-Ebert-Stiftung mit ihrer Studie zum Rechtsextremismus in Deutschland davor, dass rechtsextremes Gedankengut nicht etwa ein Privileg frustrierter Arbeitsloser sei, sondern vielmehr in die Mitte der Gesellschaft rücke. Eine Leipziger Studie von 2014 zeichnet jetzt ein ähnliches Bild.

Wer heutzutage auf die Gefahr von Rechts hinweist, wird häufig leicht genervt gemaßregelt: man könne doch nix für die Sünden der Großväter. Und langsam müsse ja mal Ruhe sein. Man höre doch bitte mal auf mit dem Nazikram. Sowas passiere in Deutschland sicher nicht mehr.

Inzwischen ist aber doch viel passiert: PEGIDA. Die NSU-Morde. Und nun Tröglitz.
Die Empörung ebbt oft schnell wieder ab, viele Menschen bringen so etwas wie Verständnis auf.

Laut einem Artikel auf Zeit.de fordern Politiker und Kommunen mehr Aufklärung über Flüchtlinge. Eine späte Einsicht, die alleine nicht ausreichen wird, die Ressentiments zu stoppen. Wenn die bajuwarischen Flüchtlingsfreunde von der CSU ihre Stammtische bedienen – ganz im Geiste der strausschen „Rechts von uns kommt nur die Wand“-Attitüde – trägt das sicher nicht dazu bei, Ängste in der Bevölkerung abzubauen. Da wirkt es nahezu ironisch, dass der braune Mob nun einem Unions-Landrat nach dem Leben trachtet.

Dabei gibt es auf kommunaler Ebene – oft losgelöst von staatlichen Strukturen – viele Beispiele für bürgerliche Willkommenskultur. Pensionierte Lehrer geben kostenlosen Sprachunterricht. Schüler besuchen Asylbewerberheime. Und die Nachbarschaft sammelt Kleider oder Möbel für Flüchtlinge. Diese Strukturen müssen unterstützt werden. Die Flüchtlinge müssen im Alltag sichtbar gemacht werden. Wer statt bedrohlicher Zahlen und uralter Vorurteile die Menschen hinter den Zäunen sieht, verliert die Angst. Ein strammer Rechtsaußen wird sich davon zwar nicht beeindrucken lassen. Aber schon in Rostock Lichtenhagen war das verstörende nicht die Tatsache, dass es einzelne Menschen gibt, die zu solchen Taten bereit sind – sondern die Masse der Menschen, die jubelnd zugeschaut hat.

Nahezu hysterische Angst vor dem Islam, die angebliche vererbte Dummheit türkeistämmiger Menschen, haarsträubend unsachliche „Die-da-oben“-Polemik – das alles senkt die Hemmschwelle, einem fliegenden Brandsatz zu applaudieren. Wenn unschuldige Menschen sterben, darf es kein Verständnis geben. Ein gutes Zeichen wäre die lückenlose Aufklärung der NSU-Morde. Und vielleicht doch wieder ein bißchen Erinnern an Opas Nazi-Kram.

Hurz.

Sehr gut hat mir das Konzert von TrioLogie im Juze am vergangenen Freitag gefallen. Meiner Begeisterung verleihe ich in Form eines Berichtes bei den Mittelschwäbischen Nachrichten Ausdruck.
Dazu gibt es hier noch ein paar Fotos als optisches Zeugnis des gelungenen Auftrittes des Amberger Trios (zum Vergrößern einfach auf ein Bild klicken; so könnt ihr auch bequem von Bild zu Bild springen).

Guerillia-Musik auf dem Marktplatz.

 

Letzten Sonntag überraschten die Krumbacher Sänger von popCHORn mit einem Flashmob die Besucher des Marktes. Aus heiterem Himmel stimmte der Chor ein Beach Boys Medley an. Mit dieser Aktion weist die Gruppe um Charly Schur auf das Musikpicknick am kommenden Samstag (27.06.) im Krumbacher Stadtpark hin. Wir von subKult haben die Aktion gefilmt. Voraussichtlich morgen wird dazu ein kleines Video online gehen

Solange könnt ihr hier schonmal meinen Bericht für die Mittelschwäbischen Nachrichten dazu lesen.

Gesammelte subKult-Werke.

Geschafft. Die vierte Ausgabe des subKult-Heftes ist nun in Druck.

subKult ist ein Konglomerat junger kulturaffiner Menschen und gleichzeitig eine Untersektion des KULT e.V.  Seit Herbst 2014 helfen wir den Veranstaltern und Kulturschaffenden in Krumbach. Wir bemühen uns um entsprechende Vernetzung. Unser wichtigstes Werkzeug ist dabei das subKult-Heft: ein Sammelbecken für alle Kultur-Termine in Krumbach. Das Heft liegt kostenlos überall in Krumbach aus. Hier könnt ihr alle bisher erschienen Ausgaben auch als PDF runterladen.

Heft 1 als PDF downloaden. November/Dezember 2014

Heft 2 als PDF downloaden. Januar/Februar/März 2015

Heft 3 als PDF downloaden. April/Mai/Juni 2015

Heft 4 als PDF downloaden. Juli/August 2105