Wie schön ist das eigentlich?

 

Kofelgschroa in Krumbach.

Mit stoischer Gelassenheit und bajuwarischer Coolness vorgetragen, wiederholen sich zur von Alphorn und Akkorden gemalten Alpen-Melancholie wieder und wieder dieselben magischen Zeilen: „Die Wäsche trocknet an der Sonne. / Die Wäsche trocknet auch am Wind. / Die Wäsche trocknet auch am Licht. / Wie schön ist das eigentlich?“

Man würde die Schönheit der Reduktion in ihren Liedern preisen – wenn ein Wort wie „Reduktion“ auf Kofelgschroa angewandt nicht so deplaziert wirken würde. Authentizität ist ein Wort, dass viele moderne Musiker in diesen Tagen für sich in Anspruch nehmen. Aber kaum ein Künstler ist so wenig affektiert wie die vier Alpenhippies aus Oberammergau. Keine Hipsterbärte, keine engen Jeans und keine Jutebeutel. Stinknormale Alltagsklamotten und in Interviews eine höchst symphatische bayerische Maulfaulheit. Durch ihre schiere Präsenz karikieren sie den krakelenden Marketing-Medienbetrieb. Tenorhorn statt Targeting.

Bezeichnend ist diese kleine Legende: Kofelgschroa wurden vom großen, etablierten on3 Festival für einen Auftritt angefragt. Karten dafür sind sehr begehrt und ruck-zuck ausverkauft. Die Antwort der Oberammergauer: „Na, mir ham an Auftritt, und danach wolln mer noch zamsitzen und a Bier trinkn.“
Die Herren nehmen sich selbst nicht zu wichtig und erfreuen sich lieber der Schönheit des Daseins, die sie in ihren morbid-munteren Texten feiern. Simple Worte, tiefgründig aneinandergereiht, tummeln sich inmitten gleichermaßen schlichter wie eingängiger Melodien, die Bilder von gemütlichen Alpenlandschaften malen und so eine Stimmung irgendwo zwischen Alpen-Idyll und kritisch-trotziger Querköpfigkeit erzeugen – als würden Karl Valentin und Gerhard Polt eine Stubenmusik auf einer einsamen Alm sprengen.

Nach dem erfolgreichen Film „Frei.Sein.Wollen“, der Maxi, Martin, Michael, Matthias und ihre ureigenen Perspektiven gekonnt einfängt, hat das Quartett nun seinen zweiten Longplayer im Gepäck. Song-Perlen wie „Zehnminutentakt“ knüpfen da an, wo das Debütalbum aufgehört hat. Organisiert vom subKult-Team, kommen die Jungs am 12. Dezember in den Krumbacher Stadtsaal. Wie schön ist das eigentlich?

Termin: Samstag 12.12.2015
Veranstaltungsort: Stadtsaal Krumbach
Einlass: 19.00 Uhr
Beginn: 20.00 Uhr
Preis Vorverkauf: 17,- Euro
Preis Abendkasse: 19,- Euro
Vorverkaufsstellen:
Sparkasse Krumbach, Marktpatz 2, Krumbach
Bücher Thurn, Karl-Mantel-Str. 3, Krumbach
Café Fahrenschon, Fürst-Fugger-Str. 19, Babenhausen
Musikbar on the rocks, Hofgasse 3, Günzburg
Weitere Infos auf http://www.facebook.com/kru.subkult

Zur Facebook-Veranstaltung.

 

Diesen Pressetext habe ich für das anstehende Kofelgschroa-Konzert von subKult im Krumbacher Stadtsaal verfasst.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s